Abfall vermeiden oder besser nutzen
SPD-Kommunalpolitiker besuchen den Eigenbetrieb Abfallwirtschaft in Hailer
Das Abfallwirtschaftszentrum Hailer prägt mit seinem großflächigen Deponiegelände den Blick aus Linsengericht in Richtung Frankfurt. Um sich ein genaueres Bild von den vielfältigen Entsorgungsaufgaben des kreiseigenen Betriebs zu machen, besuchten Kommunalpolitiker der SPD Linsengericht die Einrichtung. Für Linsengerichts Bürgermeisterkandidatin Astrid Rost war der Besuch quasi ein Heimspiel. Als Projektleiterin der AQA kennt sie die Zusammenarbeit zwischen den beiden Unternehmen aus der täglichen Praxis. In der AQA werden beispielsweise Elektronikprodukte, die in Hailer abgegeben werden, weiter verwertet.
Betriebsleiter Jochen Hemmer präsentierte den Kommunalpolitikern die Geschichte und heutige Leistungsfähigkeit der kreiseigenen Einrichtung. Die ursprünglich als sogenannte Bürgermeisterdeponie gestartete Abfallsammelstelle wurde aufwändig abgedichtet und mit Gasbrunnen zur Abführung der Deponiegase versehen. Heute kann sie beeindruckende Zahlen vorweisen: 30.000 Tonnen Hausmüll landen jährlich in den Sammelfahrzeugen der Entsorger und werden in Hailer umgeschlagen. Die Abfälle werden angeliefert und anschließend in größeren Einheiten in das Müllheizkraftwerk Offenbach geliefert. So würden 50.000 Kilometer Transportleistung gespart, berichtet Abfallberater Frank Spies, der die anschließende Führung übernahm. Sperrmüll und Wertstoffe sammelt das Abfallwirtschaftszentrum getrennt davon und sortiert die nutzbaren Rohstoffe aus.
Den beeindruckenden Leistungsdaten der Anlage steht jedoch auch eine große Sorge vor dem wachsenden Abfall gegenüber, berichtet Hemmer. Immer mehr Produkte, die einmal mit hohem Aufwand und wertvollen Rohstoffen produziert wurden, landeten nach kurzer Zeit im Abfall. Einmal sei ein funktionierender Laptop im Altpapier gelandet. Mit ihren Akkussorgten Elektronikgeräte immer wieder für Brände. In Hailer sei man jedoch gut darauf vorbereitet, sagt Hemmer. Er appelliert an die Hersteller, ihre Produkte so zu gestalten, dass sie repariert werden können. Diesen Kreislaufgedanken nahmen die Kommunalpolitiker mit und dankten für die ausführliche Vorstellung der Einrichtung.